Gefahren durch Hacker
Lang, lang ist her. Da schrieb ich eine Seite über Hacker im Internet.
Damals hatte ich leichtfertig jemanden versprochen das ich diesen
Text veröffentlichen werde.
Es wurde nun Zeit den Text neu zu schreiben, da er einerseits einige sachliche
Fehler aufwies, andererseits auch schon veraltet war.
Also, Kaffee frisch gebrüht und los gehts:
Ich höre immer wieder solche Sätze: "Hacker, Trojaner? Soetwas ist
mir egal. Ich habe auf meinem Computer nichts zu verbergen."
Okidoki, wenn es Dir egal ist das jemand ab und zu auf Deine Kosten surft,
Du kein Onlinebanking machst, Kreditkarten und ebay Fremdwörter für Dich sind,
Du bereit bist immer wieder Dein Windows auf eine frisch formatierte Festplatte
zu installieren, und es Dich nicht stört wenn jemand Deinen Computer für
illegale, strafrechtlich relevante Taten mißbraucht ...ja dann gebe ich Dir
recht und Du brauchst nicht weiterlesen.
Oder bist Du nun doch nachdenklich geworden?
Na denn, welcome to the Nightmare =:-)
Aus welcher Richtung lauern heute die meisten Gefahren?
Klare Frage, klare Antwort: Bill Gates hat mit Windows und seinem
Firlefanz drumherum eine wahres Paradies für Möchtegern Hacker
und zerstörungswütige Hirnakrobaten geschaffen.
Jüngstes Beispiel liefert ein junger Mann, der ein kleines
Script schrieb, das man unauffällig auf jede Homepage legen kann.
Das heißt so unauffällig ist dieses Script gar nicht, denn
wenn man will kann es ohne lästiges Nachfragen mal eben die
Festplatte des Besuchers löschen.
Was dagegen zu tun ist? Auf jeden Fall nicht Microsoft trauen
und ständig irgendwelche Sicherheitsupdates über sein System
bügeln. Die o.g. Sicherheitslücke funktioniert nämlich, so hat
man bei Heise.de festgestellt, besonders gut an Systemen mit
IE 6 der alle Sicherheitspatches installiert hat. Betroffen sind
übrigens alle Systeme von Windoof 95 bis zu XP.
Der beste Rat den man beherzigen sollte ist, dass man in
seinem IE das Active Scripting abschaltet, bzw. das ganze
so einstellt, dass der Nutzer gefragt wird ob eine Seite
Active Scripting nutzen darf.
Infos hierzu: Heise.de, Der c't - Browsercheck
Hier kann man sein System auch noch auf weitere Sicherheitslücken testen lassen.
Oder man geht einen noch sicheren Weg, nämlich die Installation
von Browsern wie Netscape oder Opera.
Und da wir gerade bei Billys Sicherheitslöchern sind: Alles oben
genannte betrifft natürlich auch die email-Soft aus dem Hause
Microsoft. Grösste Vorsicht ist geboten bei Mails von unbekannten
Leuten ...aber genauso von Mails von Bekannten. Denn auch hier
kann ohne weiteres zerstörerischer Inhalt versteckt sein.
Unverstänlich ist mir selber bis heute warum man unbedingt Mailer
wie Outlook benutzen muß. Eine email ist für mich eine Textnachricht,
mehr will ich gar nicht sehen. Irgendwelche Bilderchen oder Hintergründe,
verschiedene Schriftarten oder was weiß ich noch, gehört nicht in eine
email sondern eher auf eine mehr oder weniger verspielte Homepage.
Für den email-Verkehr gibt es zahlreiche Free- und Shareware auf dem
Markt, die dazu noch viel einfacher und effizienter arbeiten.
Nächste Gefahr: Personal Firewalls
Wer sich auf diese verläßt und schon verlassen. Man muß sich
einmal die Funktionsweise vor Augen führen.
Im Internet ist man gewöhlich mit dem TCP/IP-Protokoll unterwegs.
IP ist sozusagen unsere persönliche Adresse auf dem Datenhighway.
TCP ist dafür zuständig das angeforderte Inhalte auch vollständig
bei uns landen bzw. den Empfänger erreichen. Aber es regelt auch
die verschiedenen Dienste auf einem PC.
Wenn also IP unsere Adresse auf dem Datenhighway ist, dann verwaltet
TCP die sogenannten Ports (nennen wir sie mal Haustüren).
Solche Ports sind teilweise festgelegt (21 für FTP, 25 und 110 für
email, 80 für HTTP usw.), teilweise werden sie aber auch frei an die
verschiedenen Programme auf dem PC zugewiesen.
Und nun kommt meine Firewall ins Spiel, denn diese überwacht die
Ports und läßt keine Aktion zu, die ich nicht ausdrücklich erlaube.
Sie soll also den bösen Hacker von meinem PC fernhalten, damit er nicht durch
eine der zahlreichen Haustüren (den Ports) auf meine Festplatte kann.
Aber wenn hinter meinen Ports kein Dienst (ein Programm) zu finden ist, kann
da niemand etwas mit machen ...egal ob der Port offen ist oder nicht.
Und wenn dort nun doch ein Dienst ist, dann habe ich diesen Dienst,
sprich dieses Programm auch installiert und mächte das es den
Port nutzt. Also müßte ich der Firewall auch erlauben das es das
Programm werkeln läßt.
Es gibt aber auch Ports die schon mit einem Schlupfloch von Hause
aus versehen sind. Das sind die Ports 137-139 unter Windows 9x, der
Datei- und Druckerfreigabe von Windows.
Wer ins Internet geht sollte niemals ein Verzeichnis unter
Windows freigegeben haben ...auch wenn er es für sein privates
Netzwerk braucht. Und selbst wenn diese Freigaben mit einem Passwort
belegt sind, so braucht man nicht einmal 2 Minuten um jegliches Passwort
zu knacken. Ich lasse mich aber hier nicht darüber aus mit
welch einfachen Mitteln das möglich ist. ;-)
Kurz gefaßt: Eine Firewall sperrt Ports hinter denen gar kein Schlupfloch
zu finden ist. Installiere ich aber wissentlich ein Schlupfloch, so
werde ich der Firewall auch sagen das dieses Programm das darf.
Schöner Schwachsinn, oder?
Und nun fragst Du: "Wenn sich nun ein Trojaner ohne mein Wissen
auf meiner Platte installiert hat, dann kommt er ja nicht heimlich
an meiner Firewall vorbei."
Stimmt schon, aber warum hast Du dann einen Trojaner installiert? *bg*
Und ein vernüpftiger Trojaner wird eh nicht bei der Firewall anklopfen
und fragen ob er mal eben Deine Daten ins Internet schicken darf.
Ein guter Trojaner benutzt Dein Outlook, deinen Browser um an sein Ziel
zu kommen. Denn diese Programme haben ja von Dir die Erlaubnis bekommen an der
Fireball vorbei ins Netz zu gehen.
Oder der Trojaner pfeift sich eins auf Deine Firewall und gibt sich
selber die Erlaubnis.
Eine Firewall ist Nice-to-have...mehr nicht. Sinnvoll ist sie eigentlich
wirklich nicht. Sinnvoll ist das Du Dein System kennst, Dir immer
sicher bist welche Programme Du installierst hast und woher sie kommen.
Kennst Du Dein System nicht oder installierst alles was Dir in den
Weg kommst, dann hast Du eh verloren und keine Firewall dieser Welt
wird Dich vor Schaden schützen können.
Und nun sagst Du: "Ich habe aber einen Virenscanner der Viren und Trojaner aufspüren
und isolieren kann."
Was macht denn ein Virenscanner? Er untersucht eine Datei nach bekannten
Codemustern um zu erkennen ob sich hier ein böser Virus oder Trojaner
versteckt hat. Und was wenn der Scanner den Code nicht erkennt weil der
nette Hacker diesen Code gerade vor einer Stunde selber zusammengeschustert hat?
Keine Chance für den Scanner ...alle Chancen für den Virus und Trojaner!
Auf 0190-Dialer will ich hier nicht mehr eingehen, da sie im
Grunde genommen in das obere Schema zu 100% mit reinpassen.
Zum Schluss noch kurz das Thema faken: Das Internet ist ein Raum
in dem eine mehr oder weniger geordnete Anarchie herscht. Und das
Internet ist virtuell. Alles, wirlich alles kann man fälschen. Du
darfst nichts als fest gegeben und als unbedingt wahr hinnehmen. Sei es
nun eine email-Adresse von der Du gerade eine Mail bekommen hast,
oder auch eine Adresse einer Web-Domain, auch wenn sie noch so bekannt ist.
Wer es nicht glauben mag dem schreibe ich gerne mit seiner eigenen email-Adresse
einen Brief ...oder zeige Dir Berichte wie letztes Jahr mal eben die Homepage
vom FBI durch Hacker umgeschrieben wurde.
Also, nimm nichts als gegeben und wahr hin. Hinterfrage immer ob es
wirlich so sein kann was Du siehst, liest oder hörst.
Wobei diese Weisheit auch im realen Leben immer ein guter Tipp ist.
Zusammengefasst, wie kann ich mich schützen:
Möglichst mit Opera oder Netscape surfen
Wenn Du nicht auf den IE verzichten kannst
schalte auf jeden Fall Active Scripting ab
und informiere Dich bei Heise.de über alle
Sicherheitslücken des IE`s
Niemals Dateien oder Verzeichnisse freigeben
Keine Programme installieren oder aufrufen deren
Urspung Du nicht 100%ig kennst
Verlasse Dich nicht auf Virenscanner oder Firewalls
Lerne, damit Du verstehst wie Dein Computer arbeitet
Glaube nicht alles was Dir im Internet begegnet
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